Arbeitsgemeinschaft „Philosophie der Zeit“, Universität Graz, Sommersemester 2011

Das Ziel der Lehrveranstaltung ist es, einen Überblick über die Philosophie der Zeit zu geben und dabei sowohl philosophiehistorische Ansichten, als auch Fragen der gegenwärtigen Diskussion zu behandeln; die Fragen sind folgenden Themenbereichen zuzurechnen:

Die Bestimmungen der Zeit: Die Endlichkeit und Unendlichkeit der Zeit. Fragen zur Topologie der Zeit, d. h. zur linearen Zeit, verzweigten Zeit, zyklischen Zeit und irregulären Zeit. Die Interdependenz der Bestimmungen der einzelnen Zeitstellen und der Bestimmungen der Zeit (Diskretheit, Dichte Kontinuität). Die Objektivität der Zeit, von Parmenides und Heraklit bis zur allgemeinen Relativitätstheorie.

Die Existenz der Zeit: Ist die Zeit ein Gegenstand? Beweise für die Realität und die Irrealität der Zeit. Paradoxien der Zeit und des Jetzt. Ansichten über die Realität der Zeit von Präsentismus bis Eternalismus.

Zeitlogik und Logik der Zeit: Analyse von zeitlichen Bestimmungen. A-Serien und B-Serien der Zeit. Tenser und Detenser. Grundlegende zeitlogische Betrachtungen, die Zeit in der klassischen Logik und alternative Ansätze.

Die Zeit in einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen und anderen Kontexten: Die Zeit in der Alltagssprache und ihre intuitiven Bestimmungen. Die Zeit in der Physik, die durch Messung „hergestellt“ wird. Die Zeit der Soziologie, ein nützliches und notwendiges Hilfsmittel um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Die subjektive Zeit der Psychologie und das Specious Present. Die Zeit der Philosophie. Die „zyklische“ Zeit der Mythen. Das Phänomen der Beschleunigung der Zeit im 20. und 21. Jahrhundert.

Punktuell vertiefende Fragen: Zeit und Ewigkeit. Der Stillstand der Zeit. Jetzt, Gegenwärtigkeit und Gleichzeitigkeit. Zeit und Indexikalität.

Literatur

  • Gloy, Karen (2008): Philosophiegeschichte der Zeit. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.
  • Kreuzer, Johann; Mohr, Georg (Hg.) (2007): Die Realität der Zeit. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.
  • Müller, Thomas (2007): Philosophie der Zeit. Neue analytische Ansätze. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Klostermann (Klostermann Rote Reihe, 24).
  • Øhrstrøm, Peter; Hasle, Per F. V. (1995): Temporal logic. From ancient ideas to artificial intelligence. Dordrecht: Kluwer (Studies in linguistics and philosophy, 57).
  • Quine, Willard van Orman (2002): Wort und Gegenstand. (Word and Object). Stuttgart: Reclam (Universal-Bibliothek, 9987).

 

Orte der Mehrdeutigkeit

 

Mehrdeutigkeit in- und außerhalb der Sprache. Auf der Suche nach einer Neuen Universellen Theorie der Ambiguität (NUTA) ...

 

Hasen-Enten-Kopf

 

„MEHRDEUTIG, adj. mehr als éine deutung zulassend: ein mehrdeutiger ausspruch. vergl. eindeutig. “ 

 

– Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 12, Sp. 1889 bis 1894.

 

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