Seminar „Spieltheorie“, RWTH Aachen, Sommersemester 2015

Das Seminar ist eine philosophische Einführung in die Spieltheorie, eine interaktive Entscheidungstheorie, die ursprünglich vor allem in den Wirtschaftswissenschaften eine entscheidende Rolle gespielt hat. In der Bestimmung der Spieltheorie als interaktive Entscheidungstheorie bedeutet „interaktiv“, dass der wechselseitige Einfluss von zumindest zwei „Spielern“ aufeinander relevant ist. Und als Entscheidungstheorie soll sie einem Spieler ⎯ einem Handelnden ⎯ zur bestmöglichen Entscheidung verhelfen. Ein Spiel ist definiert als eine Situation, in der ein Teilnehmer seinen nur Nutzen nur dadurch maximieren kann, dass er Handlungen bzw. Entscheidungen der anderen Spielteilnehmer vorwegnimmt und in seiner eigenen Entscheidung berücksichtigt. Die Spieltheorie systematisiert dabei die Suche nach derjenigen Alternative, die den größten Nutzen zu erwarten lässt. Anwendungsgebiete der Spieltheorie sind die Wirtschaft, die Politik aber auch der Alltag.

Einer der Begründer der Spieltheorie, Johann von Neumann, schreibt im Jahr 1928: „Es hängt das Schicksal eines jeden Spielers außer von seinen eigenen Handlungen auch noch von denen seiner Mitspieler ab; und deren Benehmen ist von genau denselben egoistischen Motiven beherrscht, die wir beim ersten Spieler bestimmen möchten. Man fühlt, daß ein gewisser Zirkel im Wesen der Sache liegt.“

Das philosophische Interesse an der Spieltheorie nimmt seinen Ausgangspunkt beim Begriff der Rationalität, denn das Ziel der Spieltheorie ist es, rationale Entscheidungen zu finden. Hier muss man einerseits die Frage stellen, was Rationalität ist und andererseits, ob es der Spieltheorie tatsächlich gelingt, Entscheidungen hervorzubringen, die wir intuitiv als rational bezeichnen würden. Im Seminar werden konkrete Anwendungen der Spieltheorie, ihre philosophische Analyse und ihre kritische Betrachtung eine Rolle spielen. Unter anderem werden das Gefangenendilemma, kooperative und nichtkooperative Spiele, evolutionäre Spiele, dynamische Spiele, Verhandlungsspiele und soziale Entscheidungen Gegenstand der Lehrveranstaltung sein.

 

Orte der Mehrdeutigkeit

 

Mehrdeutigkeit in- und außerhalb der Sprache. Auf der Suche nach einer Neuen Universellen Theorie der Ambiguität (NUTA) ...

 

Hasen-Enten-Kopf

 

„MEHRDEUTIG, adj. mehr als éine deutung zulassend: ein mehrdeutiger ausspruch. vergl. eindeutig. “ 

 

– Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 12, Sp. 1889 bis 1894.

 

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Seite sind Sie mit der Verwendung von Cookies einverstanden.