Seminar „Gottlob Frege“, RWTH Aachen, Wintersemester 2014

Der Philosoph, Logiker und Mathematiker Gottlob Frege (1848 bis 1925) hat mit seinen Schriften die moderne Logik geschaffen und die Grundlage für die Entwicklung der analytischen Philosophie gelegt. Die Untersuchungen Freges zeichnen sich durch eine beispielhafte Klarheit und Präzision aus, sie beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Sprache und Gedanken, mit Wahrheit, Identität und anderen philosophischen Grundbegriffen. Frege war in Kontakt mit Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein, beide haben sich eingehend mit dem Werk Freges auseinandergesetzt. Ein verstärktes Interesse am philosophischen Werk Gottlob Freges kann man seit den 1960er Jahren beobachten.

Gegenstand der Lehrveranstaltung sind Freges Sprachphilosophie, seine Philosophie der Logik und der Mathematik (der formale Teil wird außer Betracht gelassen). In einer systematischen Auseinandersetzung mit Freges Gedanken wird es wichtig sein, Verbindungen zu seinen Vorgängen sowie seinen Nachfolgern herzustellen.

Seminar „Argument und Emotion“, RWTH Aachen, Wintersemester 2014

Das Ziel der Lehrveranstaltung ist es, eine Übersicht über die zentralen Zusammenhänge zwischen Argumentationstheorie, Rhetorik, Logik und Philosophie zu geben. Wie zuweilen betont wird, sind Argumente ein konstitutives Element der philosophischen Methode. Ihre Konzeption dient sicherlich auch dazu, die eigen Gedanken zu ordnen und in eine stringente Form zu bringen. Doch warum werden Argumente vorgebracht, wenn nicht darum, um andere von seinen Ansichten zu überzeugen? Dies betrachtend sollte man sich die Frage stellen, wie oft solche Versuche von Erfolg gekrönt sind. Warum, so muss man weiterfragen, ist eine Argumentation so wenigen Fällen erfolgreich? Etwas überspitzt formuliert könnte man behaupten, dass man durch ein Argument kaum jemanden dazu bringen kann, seine einmal gefassten Überzeugungen zu ändern. Der Dialogist wird sich bemühen, ein jedes Argument zu zerpflücken bevor er gewillt ist, seinen Standpunkt zu ändern. Da sich ein theoretischer Standpunkt bestenfalls durch eine sorgfältige Abwägung verschiedener Argumente und guter Gründe ergeben hat, soll keinesfalls behauptet werden, dass es zielführend wäre, Standpunkte leichtfertig aufzugeben. Dessen ungeachtet, eine grundlegende Frage ist, was jemanden in einer Diskussion dazu bringen kann, seine Position zu überdenken und eine neuen Standpunkt einzunehmen.

Sollte es sich tatsächlich so verhalten, wie der antike Rhetoriker Quintilianus behauptet, wenn er zu verstehen gibt, dass es nicht logisch stringente Argumente sondern Emotionen sind, die die entscheidende Rolle spielen. Gilt sein Ratschlag an den Rhetoriker auch für den Philosophen?

„Wo es aber gilt, dem Gefühl der Richter Gewalt anzutun und den Geist selbst von dem Blick auf die Wahrheit abzubringen, da liegt die eigentliche Aufgabe des Redners.“ (Quintilianus: Ausbildung des Redners, Seite 699.)

Ist der erfolgreiche Philosoph weniger derjenige, der nach der Wahrheit sucht, als viel mehr derjenige, der sich als Überredungskünstler übt? Oder sollte man Aristoteles folgen, wenn er sich für eine sachliche Argumentation ausspricht?

Die Themen der Lehrveranstaltung haben ihren Ursprung in mehreren philosophischen Teilgebieten und werden vom Standpunkt der analytischen Philosophie aus betrachtet werden. Es sollen unter anderem die Fragen geklärt werden, was ein Argument ist, was ein erfolgreiches Argument auszeichnet, welche nicht-inhaltlichen Aspekte eines Arguments wesentlich sind oder was das Ziel einer Argumentation sein kann.

 

Literatur

  • Aristoteles: Rhetorik. München 1995. Wilhelm Fink Verlag.
  • Bayer, Klaus: Argument und Argumentation: logische Grundlagen der Argumentationsanalyse. Göttingen 2007. Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Quintilianus, Marcus Fabius: Ausbildung des Redners. Band 2. Darmstadt 1995. Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
  • Toulmin, Stephen Edelston: Der Gebrauch von Argumenten. Weinheim 1996. Beltz.

Seminar „Metapherntheorien“, RWTH Aachen, Sommersemester 2014

In der Alltagssprache ist es weder möglich noch sinnvoll, alle Äußerungen wörtlich zu nehmen. Vieles, was zum Beispiel in wissenschaftlichen Kontexten deplaciert wirken mag, macht die Alltagssprache reichhaltiger und ausdrucksstärker: Ironie, Vergleiche, Metaphern und andere rhetorische Figuren haben einen festen Platz im alltäglichen Sprachgebrauch und erfüllen dort eine wichtige, kommunikative Funktion. Dies scheint ein Hindernis auf dem Weg zu einer einfachen, klaren und eindeutigen Ausdrucksweise zu sein, wie sie von der Philosophie angestrebt wird. Einige Formen von Sonderkommunikation können jedoch auch aus der wissenschaftlichen Sprache nicht weggedacht werden, denn wie ein genauerer Blick zeigt, bedingt fast jede Verwendung von Sprache den Gebrauch von Metaphern. Dies besonders, wenn man bedenkt, dass sehr häufig erstarrte und tote Metaphern verwendet werden, die sogar von kompetenten Sprechern nicht immer als solche erkannt werden.

Das Ziel der Lehrveranstaltung ist es, das sprachliche Phänomen der Metapher zu analysieren, wobei vor allem drei Fragen beantwortet werden müssen, die jeweils ein Ausgangspunkt für ein eingehendes Verständnis sind: Wie werden (neue) Metaphern erzeugt und verwendet? Was sind die wörtliche und intendierte Bedeutung einer Metapher? Wie werden Metaphern verstanden?

In der Lehrveranstaltung werden die wichtigsten Theorien zur Sprache kommen, die die Verwendung von Metaphern erklären sollen.  Hierbei geht es um die Suche nach einem Kriterium zur Identifikation von Metaphern und um die Frage nach einem möglichen Zusammenhang von wörtlicher und intendierter Bedeutung. Eine weitere Frage ist, inwieweit verschiedene Arten von Metaphern unterschieden werden können. Und mit Max Black könnte man fragen: Wenn derjenige, der eine Metapher verwendet, nicht sagen wollte, was er gesagt hat, warum hat er dann nicht einfach etwas anderes gesagt?

 

Orte der Mehrdeutigkeit

 

Mehrdeutigkeit in- und außerhalb der Sprache. Auf der Suche nach einer Neuen Universellen Theorie der Ambiguität (NUTA) ...

 

Hasen-Enten-Kopf

 

„MEHRDEUTIG, adj. mehr als éine deutung zulassend: ein mehrdeutiger ausspruch. vergl. eindeutig. “ 

 

– Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 12, Sp. 1889 bis 1894.

 

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