Erkenntnisleitende Metaphern

In: Oberprantacher, Andreas et al. (Hgg.): Mensch sein – Fundament, Imperativ oder Floskel? Beiträge zum 10. Internationalen Kongress der Österrreichischen Gesellschaft für Philosophie. Innsbruck 2017, Innsbruck University Press. S. 669 –678.

Wenn Physiker davon sprechen, dass sich unsere Sonne eines entfernten Tages in einen roten Riesen und noch viel später in einen weißen Zwerg verwandeln wird, oder davon, dass sich Elementarteilchen auf allen möglichen Wegen gleichzeitig von einem Punkt A zu einem Punkt B bewegen, kommt man schwerlich umhin, nach der Quintessenz dieser und ähnlicher Aussagen zu fragen. Auch wenn Psychologen leger erklären, dass Erinnerungen im Gehirn gespeichert werden, so möchte man wissen, was gemeint ist. Eine erste und natürlich erscheinende Möglichkeit bestünde darin, diese Aussagen wörtlich zu verstehen, womit sich eine ganze Reihe an weiterführenden Fragen ergeben würde: Wie kann es sein, dass sich bestimmte Gegenstände zur selben Zeit an zwei verschiedenen Orten aufhalten? Können Informationen auf biologischem Material gespeichert werden werden wie Mais in einem Speicher oder wie Daten auf einer Festplatte? Die zweite Möglichkeit, die mir viel mehr zu versprechen scheint, besteht darin, danach zu suchen, was Physiker oder Psychologen eigentlich sagen wollen, ihnen also gewissermaßen zu unterstellen, dass sie sich in vereinfachender und irreführender Weise ausdrücken. Damit entsteht konkret die Aufgabe, zu erklären, wie die zuvor genannten Sätze interpretiert werden können.

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Mehrdeutigkeit, Vagheit, Wahrheit und Falschheit

In: Kanzian, Christian et al. (Hgg.): Realismus-Relativismus-Konstruktivismus. Beiträge des 38. Internationalen Wittgenstein Symposiums. Kirchberg am Wechsel 2015, ALWS, S. 99–101.

Der Satz „Der Mount Everest ist ein hoher Berg“ ist wahr, denn der Mount Everest hat eine Höhe von 8848 Metern; er wäre aber auch wahr, wenn der Mount Everest 100 Meter niedriger und somit nur so hoch wie sein Südgipfel wäre. Sätze, die vage Begriffe enthalten, sind mit mehr Sachverhalten verträglich als Sätze, die exakte Begriffe enthalten. Aber wie verhält es sich mit Sätzen, die mehrdeutige Begriffe enthalten? Welche Voraussetzungen muss man machen, um zum Wahrheitswert von mehrdeutigen Sätzen zu gelangen? Ist es trivial, einem Satz wie „Bruno sieht die Katze mit dem Fernglas“ einen Wahrheitswert zuzuordnen? Mehrdeutigkeit und Vagheit sind in der Alltagssprache eher die Regel als die Ausnahme. Damit stellt sich unwillkürlich die Frage, welchen Einfluss Mehrdeutigkeit und Vagheit auf den Wahrheitswert von Sätzen unserer Sprache ausüben. Ziel dieses Beitrages ist es, den Zusammenhang von Mehrdeutigkeit und Vagheit und dem Wahrheitswert von Sätzen zu klären. 

 

Modelle und Metaphern

In: Rinofner-Kreidl, Sonja et al. (Hgg.): Analytische und Kontinentale Philosophie: Perspektiven und Methoden. Beiträge des 37. Internationalen Wittgenstein Symposiums. Kirchberg am Wechsel 2014, ALWS, S. 100–103.

In fast allen wissenschaftlichen Disziplinen trifft man im Rahmen von Hypothesen und Theorien auf Modelle. Physiker erklären subatomare Strukturen anhand des bohrschen Atommodells, Psychologen nutzen Verhaltensanalysemodelle zur Vorhersage von pathologischen Verhaltensweisen, Biologen sprechen über die Erbinformationen von Lebewesen mithilfe des Strukturmodells der DNA und Soziologen gehen davon aus, dass sich mit Modellen das soziale Verhalten von Gruppen adäquat beschreiben lässt. Eine Problematik von Modellen ist, dass sie sich auf einer höheren Abstraktionsebene befinden als die empirisch beobachteten Daten. Modelle sind in der wissenschaftlichen Gemeinschaft dennoch akzeptiert, denn sie erklären die beobachteten Phänomene und erlauben es, Vorhersagen zu treffen. Metaphern sind insofern wichtig, als eine große Anzahl von wissenschaftlichen Begriffen selbst eine Metapher oder zumindest metaphorischem Ursprungs ist. Da Metaphern eine nicht-wörtliche Redeweise sind, stellt sich hiermit die zweite Problematik. In diesem Beitrag soll die Frage beantwortet werden, inwiefern Modelle und Metaphern in der Philosophie Anwendung finden und finden können.

 

Orte der Mehrdeutigkeit

Auf der Suche nach einer einheitlichen Theorie der Mehrdeutigkeit ...

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