Ein Argument für die Realität der Zeit (09/2009)

7. Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie (GAP), 14. bis 17. September 2009 | Bremen, Deutschland

Es ist möglich einen Tisch wahrzunehmen, ohne dass es deshalb einen Tisch zu geben braucht, aber es ist nicht möglich die Zeit wahrzunehmen, ohne dass es die Zeit gibt. Der erste Teil der vorangegangenen Aussage scheint völlig unproblematisch. Skeptiker aller Zeiten haben sich bemüht Argumente vorzulegen, deren Ziel es war, zu beweisen, dass die Wahrnehmung irrtumsanfällig ist. Diese Argumente sind dermaßen gewichtig, dass keine erkenntnistheoretische Überlegung sie außer Acht lassen kann. Der zweite Teil der obigen Aussage ist weitaus weniger offensichtlich. Ganz im Gegenteil könnte man sagen, dass die Behauptung, die Wahrnehmung der Zeit impliziere die Realität der Zeit, der These der Irrtumsanfälligkeit der Wahrnehmung direkt entgegensteht. Die Behauptung, dass die Wahrnehmung der Zeit ihre Realität impliziert, bedarf einer gut fundierten Begründung. Die Frage ist also, warum man im speziellen Fall der Zeit von der Wahrnehmung zum Gegenstand kommen kann, in anderen Fällen aber nicht. Die Antwort ist in der Besonderheit der Zeitwahrnehmung zu suchen und zu finden.

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Das Wesen der Negation (08/2009)

32. Internationales Wittgenstein Symposium 2008 „Sprache und Welt“, 9. bis 15. August 2009 | Kirchberg am Wechsel

Was entspricht dem linguistischen Phänomen der Negation in der Welt? Der Ausgangspunkt, der mir geeignet scheint, um diese Frage zu beantworten, ist das so genannte Problem der negativen singulären Existenzsätze. Dieses Problem besteht darin, dass aus einem Satz, der die Existenz irgendeines Gegenstandes verneint, unter bestimmten Voraussetzungen zu folgen scheint, dass dieser Gegenstand existiert. Das Problem der negativen singulären Existenzsätze scheint wesentlich mit der Frage verknüpft zu sein, ob Existenz ein logisches Prädikat ist oder nicht. Lässt man diese Frage offen, kann man zu einer Lösung des Problems der negativen singulären Existenzsätze kommen, nach welcher die Negation in einer ungewöhnlichen Weise zu interpretieren ist. Es wird sich dabei zeigen, dass die Negation einerseits als Satznegation und andererseits als Teil der Metasprache anzusehen ist.

Nachlese zum 32. Wittgenstein Symposium 2009

Das Jetzt und die möglichen Strukturen der Zeit (01/2009)

DoktorandInnen-Symposion der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie, 30. Jänner bis 1. Februar 2009 | Universität Wien

Ganz allgemein gesehen und metaphorisch gesprochen kann man die stetige Aufeinanderfolge der Zeitstellen die Struktur der Zeit oder den Fluss der Zeit nennen. Die erste Bezeichnung betont den dynamischen Aspekt der Zeit (das Verfließen), während die zweite Bezeichnung die statische Anordnung der Zeitstellen hervorhebt. An dieser Stelle möchte ich die Anordnung der einzelnen Zeitstellen näher betrachten. Wenn jemand über die Strukturen der Zeit spricht, so kommt es dabei gewöhnlich immer wieder zur Aufzählung einiger typischer Grundstrukturen, nämlich von linearer Zeit, verzweigter Zeit und zyklischer Zeit. Des Weiteren werden den genannten Strukturen auch noch tiefer liegende Eigenschaften zugesprochen. So sagt man vielfach, dass die Zeitstellen, die die Struktur der Zeit bilden, in diskreter, in dichter oder in kontinuierlicher Weise angeordnet sein können, dass also die Struktur der Zeit diskret, dicht oder kontinuierlich sein kann. Insgesamt kann man über die Struktur der Zeit noch sagen, dass sie endlich, endlich aber unbegrenzt oder unendlich sein kann. Wie sich im Folgenden ergeben wird, sind nicht alle Kombinationen aus den drei Bereichen möglich und sinnvoll.

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Orte der Mehrdeutigkeit

 

Mehrdeutigkeit in- und außerhalb der Sprache. Auf der Suche nach einer Neuen Universellen Theorie der Ambiguität (NUTA) ...

 

Hasen-Enten-Kopf

 

„MEHRDEUTIG, adj. mehr als éine deutung zulassend: ein mehrdeutiger ausspruch. vergl. eindeutig. “ 

 

– Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 12, Sp. 1889 bis 1894.

 

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